Ostern ist das älteste und wichtigste christliche Fest. Es erinnert seit 2000 Jahren an Jesu Tod und die Auferstehung.
Schon die ersten Jünger haben zur Erinnerung an seinen Erlösungstod ein kleines "Osterfest" gefeiert. Rund 300 Jahre lang sogar jeden Sonntag. Im 4. Jahrhundert wurde Ostern dann offiziell auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gelegt. Den Termin wählten die Christen damals nach einer Erzählung in der Bibel. Danach ist Jesus während des jüdischen Pessach-Festes gestorben und auferstanden. Und auch Pessach liegt im Frühling.

Während der gesamten Osterzeit wird daran erinnert, wie der auferstandene Jesus Christus sich bei verschiedenen Begebenheiten seinen Jüngern zeigt.


Osterzeit

Das Trotzdem von Ostern…..

08. April 2022, Osterzeit

Mit diesem Text von Hanna Buiting, den sie 2016 verfasst hat, verbinden wir unseren Ostergruß:
Wir finden, er passt 2022 genauso gut wie vor sechs Jahren und wünschen Euch
Hoffnung, Furchtlosigkeit und Frieden im Trotzdem von Ostern!

Sitznachbarn
Zu Ostern sind wir alle beisammen. Auf dem Tisch steht dampfend eine Ofensuppe. Die Tulpen blühen und der Schokohase trägt Glöckchen. Vor fünf Tagen sind in Brüssel Bomben explodiert und Menschen ums Leben gebracht worden. Vor vier Tagen im Irak. Vor drei Tagen in Pakistan. Und dann komme ich auch schon durcheinander. Wird der Terror schon normal? Thema ist er jedenfalls auch an unserer Familienfesttafel. „Habt ihr Angst?“, fragt mein Onkel. Alle schütteln den Kopf. Angst? Nein. Denn statistisch gesehen… Wahrscheinlich ist es nicht… Es gäbe ganz andere Gelegenheiten zu sterben.

Und trotzdem: Sie sitzen mit am Tisch. Der Tod, der scheinbar aus dem Nichts kommt und mitnimmt, wen er will. Das Gefühl, in unberechenbaren Zeiten zu leben. Die Gewissheit, dass unser Leben endlich ist. Sie alle sitzen mit am Tisch. Und doch haben wir keine Angst.

„Die Endlichkeit ist ja so eine Sache für sich“,  sagt mein Opa und taucht seinen Löffel in die Ofensuppe. „Schließlich gibt es immer noch die Hoffnung auf Ostern.“ Mein Opa wird nächstes Jahr neunzig. Wenn es jemand wissen muss, dann ja wohl er, denke ich, stupse das Glöckchen am Schokohasen an, sodass es leise klingelt, und beschließe, ihm zu glauben. Furchtlos und hoffnungsvoll.

Worte: Hanna Buiting